Menschenkind

„I may not be there yet, but I am closer than yesterday.“
Unbenannt

Hallo (;

Schön, dass ihr Euch auf meine kleine Seite verirrt habt. Da ist es ja nur höflich, wenn ich mich ein wenig vorstelle. Also, mein Name ist Ann-Katrin, ich bin 1988 im schönen Kiel geboren und somit aktuell 27 Jahre jung; oder alt, wie man das halt sehen möchte. Nach einigen Jahren Zwischenhalt in Gettorf hat es mich wieder nach Kiel verschlagen, wo ich bis heute mit meinen Tieren lebe. Oh ja, es waren doch schon einige Tiere in den letzten 8 Jahren: Rennmäuse (Perser und Mongolen), Zwerghamster, Farbmäuse, Katzen und Hunde. Von Kleintieren habe ich mich nach einem Revierkampf der Persergruppe verabschiedet und ehrlich gesagt, möchte ich dorthin auch nicht zurück. Für Tierbeobachtungen besuche ich inzwischen einfach lieber einen Wildpark als mich vor ein Terrarium zu setzen und aus menschliche Interaktionen können Kleintiere ja meistens auch eher verzichten. Naja, wie auch immer: Ich schweife ab.

Heute teile ich meine Wohnung mit einer Hündin und einer Katzendame. Letztes Jahr waren es noch drei Katzen. Surreal, wenn ich es jetzt selbst lese.. Als ich vor 8 Jahren in meine erste eigene Wohnung zog, wollte ich unbedingt eigene Katzen haben. In Langwedel war eine Katzenhilfe, von der wir bereits unseren Familienkater ‚Zoey‘ geholt hatten. Und so zogen wenig später Kiwi und Casey bei mir ein. Zwei Schwestern, die aus einer Wohnungsräumung mit ca 40 Katzen in einer 3 Zimmerwohnung stammten. Alle Tiere leideten an Katzenschnupfen und hatten krankheitsbedingt bereits ihre Sehkraft auf einem Auge verloren. Casey sieht auch auf dem anderen Auge nur noch zu 20%. Als ich sie abholte, waren sie geschätzte 6 Monate alt und sehr klein. Kiwi hat sich sehr gut erholt und war eine freche, ausgeschlossene und oft auch penetrante Katzendame. War. Sie verstarb an einem Thrombus der Aorta im Februar diesen Jahres und fehlt jeden Tag. Ich hätte nie gedacht, dass Kiwi vor ihrer Schwester sterben würde. Casey hat sich nie vom Katzenschnupfen erholt, die Erkrankung wurde chronisch. Ihre Lunge ist so geschwächt, dass man sie zum einen dauerhaft Atmen hört und zum anderen dadurch nicht in Narkose legen könnte, um ihr defektes Auge zu operieren oder sie zu kastrieren. Sie nimmt trotz Zusatzufutter nicht zu und wiegt unter 2 Kilogramm. Der TA sagte mir schon damals als ich sie ihm das erste Mal vorstellte, dass ich froh sein kann, wenn sie 3 Jahre alt wird. Nun wird sie 9. Und hat ihre Schwester überlebt. Mein eigenes kleines Paradoxon in Form einer Schildpadkatze. Aber es waren doch drei Katzen?! Genau, da sich die beiden Schwestern mit ca 4 Jahren immer stärker bekämpften wurde mir dazu geraten, einen Kater (natürlich kastriert) ins Rudel zu integrieren, um Spannungen rauszunehmen. Also zog Remus hier ein und hat seine Aufgabe als Streitschlichter mehr als perfekt umgesetzt und viele Jahre lang lebten wir alle harmonisch zusammen. Im letzten Jahr haben beiden Katzendame gesundheitlich abgebaut und Remus wurde schlichtweg langweilig. Anfangs lies er sich noch mit Spielangeln und anderen Spielereien besänftigen, aber er war einfach unzufrieden. Und das merkte man zum einen an seinem ruppigeren Verhalten den Mädels und mir gegenüber, aber auch an seiner Unsauberkeit. Ich habe einiges versucht und mich nach einigen Monaten dazu durchgerungen, ihm ein neues Zuhause zu suchen. Und es war die beste Entscheidung für uns alle: Remus wohnt jetzt auf dem BioBauernhof einer guten Freundin und genießt jede Sekunde seines neuen Lebens. Er wird von allen auf dem Hof geliebt, fängt draußen Mäuse und ruht sich drinnen im kuschligen Bett für die nächsten Abenteuer aus. Es fiel mir nicht leicht, aber manchmal muss man sich eingestehen, dass das Beste für ein Tier das Loslassen ist.

kk (1 von 1)

So, und dann wohnt hier seit Juni 2014 natürlich noch meine kleine Summer. Eine Border Collie Hündin in Blue Merle und eine langersehnte Traumerfüllung. Seit ich als Kind von einem Schäferhund gebissen wurde, hatte ich eine unbeschreibliche Angst vor Hunden. Selbst bei einem kleinen Chihuahua habe ich die Straßenseite gewechselt und das noch bis vor wenigen Jahren. Dann war ich 2011 wegen Depressionen längerfristig krankgeschrieben und meine Betreuerin sagte, dass ich mir eine Art Beschäftigung für den Alltag besorgen sollte, um quasi eine Motivation zu haben. Ich las zu dem Zeitpunkt gerade das Buch „Mein schwarzer Hund: Wie ich meine Depression anleinte“ von Matthew Johnstone und dachte mir, dass jetzt ein guter Zeitpunkt war, um meine Angst vor Hunden anzugehen. Einen eigenen Hund wollte ich aber damals noch nicht, weil die Angst zu groß war, dass ich dem Tier nicht gerecht werden würde. Also wollte ich erstmal mit fremden Hunden Gassi gehen und suchte im Internet nach Anzeigen. Dabei stoß ich auf einen Aufruf zur Pflegestelle für Hunde aus Zypern der Organisation Zypernhunde.eu. Und so zog nach einigen informativen Telefonaten und Besuchen die kleine Mischlingshündin Ingrid bei mir ein und da sie eine eher ängstliche Hündin war, vergas ich meine eigenen Ängste ihretwillen, um bestmöglich für sie da sein zu können. Über 4 Monate haben wir gemeinsam an unseren Ängsten gearbeitet und dann ist Ingrid als angstfreie Hundedame zu ihrem Frauchen gezogen. Und für mich war klar: Hunde werden fortan in mein Leben gehören. Es folgten noch einige Pflegehunde aus Zypern und später auch aus Rumänien. Und 2014 beschloss ich, dass ich bereit für einen eigenen Hund bin und da ich mit meinen Pflegehunden oft mehr machen wollte als sie selbst wollten, entschied ich mich, trotz der Bedenken in meinem Umfeld, für einen Border Collie. Manchmal denke ich mir zwar auch „Ein Pudel hätte es doch auch getan.“, aber die Tage sind sehr selten und ich denke, ich habe die richtige Entscheidung getroffen und werde Summers Bedürfnissen in der Regel gerecht. Sie macht mich jedenfalls glücklich und unterstützt mich mit meiner Krankheit durch ihre unbedarfte, freundliche Art. Sie geht auf alles freudig zu und wird mit Kleinigkeiten zum glücklichsten Hund der Welt. Sie zeigt mir jeden Tag, wie schön die Welt doch sein kann, wenn man nur bereit ist, genau hinzusehen und hinzufühlen.

DSC_4569

Durch die Liebe zum Hund habe ich bereits viele neue Freunde gefunden und auch endlich Freude an Hobbies entdeckt: So fotografiere ich inzwischen sehr gerne mit meiner Nikon D5100 und dem 50mm 1.8 und fange jetzt an zu nähen. Bei beiden Hobbies steht das Thema ‚Hund‘ im Fokus und ich merke, wie sehr ich in dieser Thematik aufgehe. Deshalb habe ich mich auch für diesen Blog entschieden. Zum einen stecke ich Energie in etwas, das mir Spaß macht und zum anderen kann ich meinen ganzen Gedanken etwas Luft lassen. Ich bin selbst gespannt, was daraus wird. (: (Hat das wirklich jemand gelesen? Es war nicht als ein Roman geplant (; )

„I assure you,
I am not put together at all nor am I broken.
I am recovering.“
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6 Kommentare zu „Menschenkind

  1. Auch mich hat dieser Text sehr berührt und ja, ich habe bis zum Ende gelesen 😉
    Mit mir hast du ebenfalls einen neue Leserin gewonnen.
    Liebste Grüße,
    Jule mit Boerboel Hündin Chilli

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  2. Zum Glück hast du dich beim BlogDog Award von Fiffibene beworben! Du wirst eine echte Bereicherung sein. Auch mich hast du mit deinem wunderschönen Text und deiner Offenheit beeindruckt. Ich bleibe auf jeden Fall bei euch dran ;-))))
    Ganz liebe Grüße von Wilma und mir

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