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Depressiv und Hundemama – ist das fair dem Tier gegenüber?

Kann es die Beziehung zwischen Mensch und Hund stören, wenn der Mensch eine Depression hat?

Wenn wir von dem Krankheitsbild sprechen dann kann es für den Hund eine ordentliche Belastung sein, weil diese Menschen zum Teil nicht alltagstauglich sind. Die haben wirklich Phasen in denen es ihnen so schlecht geht, dass sie die elementarsten Dinge nicht können und das geht dann nicht mit einem Hund.

– Martin Rütter

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Vor einigen Tagen bin ich durch den Blog Sonnengrau auf ein Interview mit Martin Rütter gestoßen. Hierbei ging es zum einen um das Thema Assistenzhunde, psychische Erkrankungen von Hunden und dessen Symptome und eben auch um die Frage, ob ein psychisch Kranker einen Hund halten könne oder ob die eigene Erkrankung eine Belastung für den Vierbeiner darstellt. Ich habe mir selbst schon des Öfteren die Frage gestellt, ob ich Summer durch meine Depressions- sowie Borderline-Diagnosen schädige oder ob sie in einer anderen Familie nicht ein besseres Leben führen würde. Die Worte von Herrn Rütter haben mich also ziemlich getroffen. Dass in dem Interview noch betont wurde, dass ein Partner als Unterstützer für den Hund in schweren Phasen die Hundehaltung wieder in den Grünen Bereich rücken würde, machte es dann noch schlimmer.

Bin ich also durch meine Krankheiten nicht in der Lage meinem Hund ein artgerechtes Leben zu bieten? Noch dazu alleine, ohne Lebenspartner als Unterstützung?

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Zweifel gehören ja bekanntlich zu dem Krankheitsbild einer Depression dazu und so habe ich mich die letzten Tage sehr lange und intensiv mit Freunden und Familie unterhalten und versucht mein eigenes Verhalten Summer gegenüber ehrlich zu reflektieren und herauszufiltern, welchen Einfluss meine Ängste und Einschränkungen auf ihr Leben haben.

    • Ja, es gibt Tage an denen ich nur zwei Minirunden mit ihr drehe, weil ich keine Kraft für mehr aufbringen kann. Genauso gibt es Phasen in denen wir von morgens bis abends unterwegs sind. Kontinuität ist hier ein Fremdwort.

 

    • Wegen meinen Versagensängsten besuchen wir keine Hundeschule und meiden draußen meistens fremde Hunde. Zusammentreffen sind oft mit einem hohen Maße von Anspannung verbunden.

 

    • Summer hat sich meine Stimmungsschwankungen teilweise selbst angeeignet. Manchmal ist sie ängstlich und devot, dann wieder sehr willensstark. Wie ich.

 

    • Dadurch, dass ich mich leicht verunsichern lasse gibt es hier immer wieder Regeländerungen oder ich bin inkonsequent mit alten Regeln. Verwirrend für eine Hund.

 

    • Mein Perfektionismus hat viel Druck erzeugt, den Summer schon als Welpe ertragen musste. Viele Regeln, wenig Lockerheit. Funktionieren war wichtiger als alles andere, was denken sonst die Leute? 

 

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Summer hat meine Unsicherheit natürlich schon immer gespürt und ihre eigenen Arten gefunden, um damit umzugehen: Zum einen Beschwichtigt sie sehr stark allen anderen Wesen gegenüber, egal ob Mensch oder Hund. Alles wird abgeschleckt und zur Begrüßung wird sich auf den Boden gelegt und auf die Person oder den Hund zu gerobbt. Bloß keinen Stress verursachen, weder für sie noch für ihr Frauchen. Auch ihre Verlassensangst liegt mit Sicherheit ein wenig in meiner Krankheit und meiner Unsicherheit. Ich versuche wirklich Summer Sicherheit zu geben, damit sie weiß, dass ich auf sie aufpasse und eben nicht umgekehrt, aber sie merkt meine Ängst einfach und deshalb fallen ihr (und mir) Trennungen nach wie vor schwer. In der Öffentlichkeit und wenn wir Freunde besuchen war Summer bis Anfang diesen Jahres auch noch sehr unruhig. Das liegt zum einen daran, dass ich immer Angst habe, dass sie sich nicht benimmt und die anderen Menschen mich für unfähig halten und auch daran, dass sie nicht viele dieser Situationen kennt. Bei meiner Mama war sie von Welpe an und dort benimmt sie sich wie Zuhause: sehr ruhig. Wenn ich mal wieder eine sehr schlechte Phase habe, merke ich das auch oft an Summers Verhalten beim Gassigang: Sie ist in dieser Zeit dann nicht etwa sehr sensibel und rücksichtsvoll unterwegs, sondern nutzt meine abschweifenden Gedanken aus, um ihre Grenzen auszutesten. Heißt sie zerrt an der Leine, versucht mich zu hüten oder jagt Vögeln hinterher. Ich bin ehrlich gesagt sehr dankbar, dass sie auf diese Weise mit meiner mentalen Abwesenheit umgeht und eben nicht sensibel reagiert und sich eventuell sogar selbst hinterfragt. Mit ihren kleinen Rebellionen reisst sie mich viel eher aus meiner schwarzen Gedankenmuster heraus und erinnert mich an meine Verantwortung dem Hund gegenüber.

Summer muss also wirklich einiges aushalten, was sich direkt auf meine Krankheiten zurückführen lässt und mir tut das schrecklich Leid. Ist sie also woanders wirklich besser aufgehoben? Ist es egoistisch sie zu behalten, weil es mir besser geht, wenn sie da ist?

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Ich denke nicht.
Natürlich gibt es hier Einschränkungen und ich habe mich in den letzten zwei Jahren auch mehrere Male überfordert mit der Hundehaltung gefühlt, aber am Ende würde ich alles für diesen Hund tun. Summer ist hier eingezogen, weil sie mein Traum war und sie wurde zu meinem Lebenswillen. Bevor sie hier eingezogen ist habe ich teilweise wochenlang meine Wohnung nicht verlassen. Freunde standen vor meiner Haustür und haben durch den Briefkastenschlitz um Einlass gebettelt, während ich mich im Schlafzimmer versteckt habe und immer wieder „Geht weg.“ gebettelt habe. Ich war nicht mehr Teil der Außenwelt. Summer zwingt mich dazu an der Realität teilzunehmen. Egal wie schlecht es mir geht, der Hund kann nichts für meine Wehwehchen und so siegt immer mein Verantwortungsgefühl ihr Gegenüber und ich hatte es schon so häufig, dass ich mich an einem wirklich schlechten Tag für den Hund aufgerafft habe und ungeduscht, völlig verheult in viel zu dicken Klamotten zu einer Minirunde aufgebrochen bin und erst nach Stunden wieder in der Wohnung ankam, weil mir der Blick auf Summer bereits nach wenigen Metern wieder Mut und Energie geschenkt hat. Und so bin ich doch im Endeffekt sehr viel mit Summer unterwegs: Wandern, Stadt bummel, Kanu fahren – überall ist sie mit dabei und im Schnitt sind wir 3 Stunden am Tag Gassi. An einigen Tagen mehr, an anderen deutlich weniger. Geht es ihr gut, geht es mir noch besser und so drehen sich viele meiner täglichen Gedanken um sie und wie ich ihr Leben schöner gestalten könnte.

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Durch meine Krankheit entstehen für Summer Einschränkungen und sie brauchte ihre Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Das merke ich zum Beispiel daran, dass sie früher sehr viel mehr gebellt hat, wenn wir woanders waren. Genauso brauchte ich Zeit, um mich an ein Leben mit meiner Krankheit und einem Hund zu gewöhnen. Inzwischen sind wir ein harmonisches Team und Summer und ich verstehen einander ein ganzes Stück besser. Ich bin lockerer geworden und sie ruhiger. Ich lache inzwischen über ihre Albernheiten und auf jedem Gassigang wird mindestens einmal geknuddelt, was meist damit endet, dass Summer sich glücklich über den Boden wälzt, mir dann auf den Schoß springt und mich umwirft^^ Und trotzdem hört sie noch beim Rückruf und läuft nicht zu fremden Menschen oder Hunden. Seit ich entspannter bin klappt es auch bei Freunden und in der Stadt viel besser. Ich habe jetzt endlich Vertrauen in Summer und in uns als Einheit. Genau das zahlt sie mir tausendfach zurück.

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Es ist also durchaus wahr, dass die Depressionen und auch die Stimmungsschwankungen der Borderlinestörung Summers Leben erschwert haben und es teilweise noch immer tun, aber meiner Meinung nach hält sich das in einem erträglichen Maße. Psychische Erkrankungen und Hundehaltung müssen sich nicht ausschließen, sondern können ganz wunderbare Partnerschaften hervorbringen. Voraussetzung ist allerdings, dass man das Wohl des Hundes an vorderste Stelle setzt und auch selbst in der Lage ist das eigene Verhalten zu reflektieren oder eben Menschen hat, die einem dabei helfen. Der Hund soll nicht bloß neben her laufen, damit es einem selbst besser geht. Menschen mit Wutausbrüchen oder Aggressionsproblemen als Symptome sollten natürlich erst an einen Hund denken, wenn diese Krankheitszeichen unter Kontrolle sind. Passen diese Punkte aber bei einem selbst, kann etwas Wunderbares entstehen. Ich bin froh, mich für einen Hund entschieden zu haben. Bevor sie in mein Leben trat war ich nicht alltagstauglich, aber durch ihre Anwesenheit wurde ich es wieder. Und ich werde weiter an mir und meinen Krankheiten arbeiten, um für Summer und mich noch schönere Tage möglich zu machen.

Wie steht ihr zum Thema Depressionen und Hunde?

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44 Kommentare zu „Depressiv und Hundemama – ist das fair dem Tier gegenüber?

  1. Was für ein unglaublich toller und ehrlicher Beitrag.
    Ich kann ganz gut nachvollziehen wie du dich fühlst. Und ich glaube ganz ehrlich, dass Summer abgeben für euch beide nicht gut wäre – so wie du es ja auch schon schreibst. Zwei Minirunden eher die Ausnahme. Wer dir dafür einen Vorwurf macht, der sollte Coffee und mich mal sehen, wenn es stark regnet. Und dann haben wir noch nicht mal einen so gut vertretbaren Grund, wie du hast! Und was die Konsequenz betrifft – ich kann von mir auch nicht gerade sagen, dass ich die Konsequenz in Person bin. Klar, manche Regeln hält man durch. Andere nicht.

    Ich möchte dir nur noch sagen, dass ich deinen Blog mittlerweile liebe und mich total freue, wenn mein Handy mich darauf hinweist, dass hier wieder was online ist. Du kannst so toll schreiben und auch wenn du natürlich sagst, du hast Angst zu versagen: Ich glaube hier kannst du niemals versagen, denn du schreibst wirklich und ehrlich tolle Beiträge.

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    1. Ich bin so gerührt von deinen lieben Worten gewesen, dass ich erst heute antworten konnte.
      Vielen lieben Dank für deine unterstützenden und aufbauenden Zeilen. Bei jedem Beitrag bin ich immer ewig am Zweifeln, ob das überhaupt wen interessiert und wenn ja, ob es nicht total unschön ausformuliert ist. Also danke für deine Rückmeldung, sie bedeutet mir sehr, sehr viel.

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      1. ich kann das so gut nachvollziehen. Ich habe glaube ich derzeit 6 Beiträge die völlig fertig geschrieben sind und wo ich auch schon Bilder eingefügt habe und nochmal genauso viele Geschriebene wo mir noch Bilder fehlen (die aber schon gemacht sind). Ich traue mich einfach nicht sie zu veröffentlichen. Was wenn mir noch was dazu einfällt? Oder Fehler drin sind? Also halte ich sie zurück und hoffe, dass sie irgendwann vielleicht passen und ich sie veröffentlichen kann.

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  2. Hallo Du,
    ich finde es toll, wie offen und sensibel du das Thema behandelst.
    Offenbar ist Summer eine sehr starke Hundepersönlichkeit und ihr gebt Euch gegenseitig sehr viel. Schön und wichtig finde ich, dass Du die Auswirkungen die die Depression auf sie hat, hinterfragst.
    Aus eigener Erfahrung möchte ich jedoch dazu beitragen, auch die Kehrseite der Medaille zu betrachten. Vor Jahren war ich in einer Beziehung mit einem manisch depressiven Partner. Einer meiner Hunde erkrankte dadurch körperlich und mental, da er sehr sensibel und stark auf die Depression reagiert hat und viel „aufgefangen“ hat und versucht hat zu „kompensieren“. Solche sensiblen Vertreter unter den Vierbeinern wären somit stark unter Druck in einer gehandicapten Mensch-Hund-Beziehung…so etwas gibt es also auch!

    Für Euch beide freue ich mich aber sehr, dass es eine sooo tolle Win-win-Situation zu sein scheint und wünsche Euch noch viele gemeinsame Zusammenschweißerlebnisse.
    Herzliche Grüße Danni

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    1. Danke für deine Ehrlichkeit und die Darstellung der anderen Medaillenseite. Summer ist was meine Psyche betrifft wirklich nicht sonderlich sensibel. Zum Glück. Und da ich innere Spannungen wenn autoaggressiv abbaue, bekommt sie davon auch wenig mit bzw sie kennt es eben nicht anders. Wir haben hier zum Beispiel auch von Anfang an ein Ritual eingeführt, wenn ich Weinattacken habe. Ich wollte nie, dass sie mich trösten muss, weil ich sie eben nciht belasten wollte und so hat sie immer etwas zum Kauen bekommen, wenn es mir in dieser Form schlecht ging. Inzwischen läuft sie bei dem ersten Schluchzer schon Richtung Futterschrank und das reicht bei mir inzwischen auch schon ab und an aus, um aus der Situation rauszukommen. Wenn nicht, bekommt sie ihr Leckerli, legt sich neben mich oder auf ihre Decke und kaut. Ich denke da in meinem Fall einfach fehlende Selbstliebe ein Hauptaspekt meiner Krankheit ist bekommt der Hund davon nicht so viel mit. Wir sind eben nicht so oft in der Öffentlichkeit unterwegs, aber der Hund kommt trotzdem auf seine Kosten. Ich kann mir aber wirklich gut vorstellen, dass gerade Borderline oder Manische Depressionen für Hunde schwer einzuordnen sind, auch wenn sie es nciht von klein auf als normal kennen. Falls es bei mir irgentwan mal so schlimm werden würde, dass Summer hier gefährdet wäre oder Stress zeigen würde, würde ich sie auch abgeben, zumindest auf Zeit bis ich wieder in der Verfassung bin ihr gerecht zu werden. Sie geht immer vor.

      Liebe Grüße

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  3. Wow! Hut ab vor so viel Ehrlichkeit! Dazu gehört ein großes Stück an Mut. Ich habe selber schon länger überlegt, ob ich einmal einen Beitrag in diese Richtung schreibe. Aber getraut habe ich mich bisher nicht.
    Ich selber habe die letzten Jahre an den sogenannten Winterdepressionen gelitten. Den Winter bevor unsere Bailey einzog war es ganz schlimm. Unsicherheit, Verlassensängste, bis hin zu Panik Attacken, war alles dabei. Nicht schön! Und ich hatte Zweifel ob ich das mit einem Welpen packe.
    Und was war? Bailey zog im Mai ein und heute haben wir schon wieder Mai.
    Moment Mal, war da nicht ein Winter dazwischen?
    Ja genau das war er. Von Depressionen habe ich kaum was gemerkt!
    Bailey hat mir so viel Kraft und Halt gegeben und außerdem ist da jemand um den ich mich kümmern muss :).
    Ich glaube Hunde passen sich an und können Menschen mit Depressionen unheimlich helfen!
    Klar, meine Art der Depressionen ist lange nicht das, was du erlebst. Aber ich habe gemerkt, wie gut ein Hund tut.

    Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Kraft und Glück

    LG

    Jasmin

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  4. Ein schöner, ehrlicher Beitrag. Du bist im Übrigen mit dem Gedanken bzw der Befürchtung nicht alleine, deinem Hund nicht immer gerecht zu werden und ihm ein Leben, das er verdient, nicht bieten zu können. Auch ohne Depression funktionieren solche Überlegungen wunderbar. Keine Ahnung, wann ich das letzte mal 4 Stunden am Stück gassi war. Aus beruflichen Gründen ist das einfach nicht drinnen. Auch hätte ich gerne ein eigenes riesiges, eingezäuntes Grundstück mit Haus zum toben und laut sein. Das ist finanziell einfach nicht drinnen. Ach und eine kleine Herde Schafe wäre auch super. Aber das ist aus beiden Gründen und noch anderen nicht drinnen. Manchmal beschleicht mich ein schlechtes Gewissen und die Frage, ob ich egoistisch bin, genau wie dich. Aber die schönen Momente überwiegen einfach – hoffentlich auch für meine Hunde.

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  5. Danke für den tollen Beitrag! Auch ich habe eine psychische Erkrankung, mit depressiven Symtomen, und einen Hund. Auch ich habe immer wieder Zweifel gehabt, ob meine Hündin Lea wirklich gut bei mir aufgehoben ist. Aber Lea und ich sind mittlerweie, in den 10 Jahren die wir zusammen sind, zu einem super Team zusammen gewachsen und ich bin mir sicher, dass sie trotz allen Problemen, die wir hatten (und vielleicht manchmal noch haben), glücklich bei und mit mir ist! Du sprichst mir daher mit deinem Beitrag wirklich aus der Seele, noch mal Danke dafür! 🙂

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  6. Hi Anna,
    Ich habe mich auch in der schwärzesten Zeit meines Lebens für einen Hund entschieden. Das hätte ich wohl nie getan, wenn ich hätte klar denken können. Aber ich bereue es keine Minute, danach hab ich mich entschieden, (fast; hiermit meine ich Arbeiten, aber wenn ich schon Arbeiten muss, dann habe ich wenigstens nen Job den ich auch cool finde) nur noch das zu machen, worauf ich Lust habe. Seit mehreren Jahren nehme ich keine Antidepressiva mehr (und ich war wirklich hoch eingestellt), Psychertherapie habe ich auch abgebrochen, da es mich persönlich nicht weiter gebracht hat und meine Antidepressiva ist der Stinkehund und meine tausend Hobbies. Rückblickend ist es wohl so, dass ich über 10 Jahre an Depressionen gelitten habe, die 2011 auf ihrem Höhepunkt angekommen waren, 2012 zog mein Hund bei mir ein, seit 2013 würde ich mich als „gesund“ beschreiben.
    Ich erkenne mich in einigen Dingen wieder – besonders im Perfektionismus, aber dadurch dass ich seit einem Jahr intensiv Skate, bin ich viel gechillter geworden, denn sonst würde ich mit den Leuten, die alle mit einer „wird schon werden“-Einstellung durchs Leben gehen, definitiv die Krise bekommen.
    Auch meine Regeln schleifen seither gewaltig. Die Einzige die sie noch konsequent durchsetzt ist meine Hundesitter *hüstel*
    Ich kann natürlich nur von mir selbst sprechen, aber mir hat es enorm geholfen, das, was mich stresste, einfach aus meinem Leben zu schaffen und nur noch das zu machen, auf das ich Bock habe. Ich hab damals dann einfach gedacht: „Scheiß auf Studium, ich liebe das was ich mache, also bin ich auch gut drin, also finde ich auch nen Job“. Dann habe ich mir ne schöne Stadt gesucht (Berlin war mir zu dreckig, zu grau, die Leute zu unfreundlich) und mir in München (schöne, saubere Stadt, mit den Bergen ganz nah) nen Job in einer Firma gesucht, vor der ich schon 2010 stand und dachte „Geil, hier möchte ich mal arbeiten“.

    Naja und nun finde ich mein Leben einfach nur noch geil. Ich hab mir damals immer eingeredet, ich könne nur mit Medikamenten gegen die Depression ankommen und habe irgendwie ein Stückweit resigniert. Klar, die helfen einem. Aber vielleicht kann man sich selbst viel mehr helfen. Man muss nur einen Weg finden 🙂

    LG,
    Andy

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  7. Danke für diesen Beitrag.

    Erstmal musste ich heftig den Kopf schütteln über diesen unglaublich dämlichen (sorry) Kommentar von Herrn Rütter.
    Ich bin ja noch nie auf einer Wellenlänge (was die Hundeerziehung betrifft) mit ihm gewesen, aber nach dieser Äußerung ist er mir wirklich unsympathisch. So redet jemand der keine Ahnung von Leuten mit einer psychischen Erkrankung hat.
    Kein Wunder, dass in unserer Gesellschaft, Leute mit einer solchen Krankheit immer noch ausgegrenzt werden oder es nicht mal als Krankheit angesehen wird, wenn Leute, die in der Öffentlichkeit stehen, sich so dazu äußern.
    Dann sollte man lieber den Mund halten – oder sich wirklich darüber informieren, dann würde / müsste man sich nämlich dazu anders äußern.

    Ich könnte mich darüber noch stundenlang aufregen – wieso?
    Weil ich selbst betroffen bin und mich sowas unglaublich trifft – so wie dich eben auch.

    Dann kommen wieder die Zweifel und die Ängste und wieso? Weil solche unwissenden Personen, meinen sie sind super klug. Sowas kotzt mit echt an – boa – so jetzt ist die Wut raus 🙂

    Nochmals danke für diesen wirklich sehr ehrlich Beitrag.
    Ich finde es auch immer wichtig, dass man sieht, dass ein Hund nicht jeden Tag 5 Stunden Auslastung braucht und eben auch mit kurzen Runden kann. Nichts anderes passiert, wenn andere Hundehalter mit Grippe daheim liegen – da beschwert sich keiner darüber.

    Mich selber haben meine Hunde, aus einem sehr tiefen Loch geholt. Ich drohe darin immer noch manchmal zu versinken, aber man muss halt raus und man muss sich bewegen und man hat Verpflichtungen.
    Ich habe schon von vielen anderen Betroffenen gehört, dass man sich eben viel mehr um die Hunde (oder auch andere Tiere) sorgt, als um sich selbst und so ist/war es bei mir auch.
    Scheiß egal, wenn ich nichts esse oder trinke, einfach weil ich zu schwach dazu bin – mir ist es bei meinen Hunden aber nicht egal und diese Verpflichtung gibt so unglaublich viel.

    Ich finde es wirklich toll, wie offen Du sprichst – nochmal Hut ab ❤

    Liebste Grüße
    Anna

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    1. Tolle Antwort! Herr Rütter ist ja dafür bekannt, dass er über Dinge spricht, von denen er keine Ahnung hat 😉 ich hatte einen Burnout und daher auch eine ganz schlimme Erschöpfungsdepression. Ich habe mir auch immer diese Frage gestellt,ist nicht einfach.

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  8. Toller Text! Ich kann dir in echt allen Punkten einfach nur zustimmen!
    Mein Hund Mina ist vor etwas über zwei Jahren zu mir gekommen. Den Zeitpunkt hatte ich bewusst gewählt, weil ich damals aus der Reha entlassen war und einige Zeit später meine Wiedereingliederung im Job gestartet habe. Mina hat mir in Bezug auf meine Depression sehr viel geholfen. Einfach weil sie da war (und ist). Mir ging es an vielen Tagen ähnlich wie dir: ich habe wegen ihr das Haus verlassen und es tat so gut, nachdem ich erstmal raus war!
    Auf meinem Blog http://www.fraeuleinswunderbarewelt.blogspot.de erzähle ich übrigens von uns beiden und meinem Leben mit meiner Depression. Falls du mal rüber schauen magst, bist du herzlich eingeladen 🙂
    (Deinen Blog habe ich gerade zufällig über Facebook gefunden)
    Liebe Grüße, Frauke

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  9. Liebe Anna,
    erst einmal herzlichen Dank für Deine offenen Worte. Dazu gehört echte Größe!
    Ich arbeite mittlerweile seit 4 Jahre beruflich als Trainerin und Verhaltensberaterin mit Mensch und Hund und kann Dir aus meiner Sicht sagen: Du bist keinesfalls alleine!
    Ich begleite sehr viele Menschen die Belastungen haben, ähnlich der deinen und gemeinsam finden wir immer einen Weg. Ja manchmal ist es nicht einfach, aber das ist es, wenn wir ganz ehrlich sind, für Niemanden! leben verläuft nun einmal nicht linear .. cést la vie
    Ich habe den Beitrag von Rütter auch wahrgenommen und bin entsetzt über diese Einstellung, sind meine Erfahrungen wirklich ganz anders! Es gibt immer einen Weg und Hunde haben eine zauberliche Art damit umzugehen!
    Bitte, lass Dich nicht weiter verunsichern und wenn Du magst…Ich bin immer da und werde immer gerne ein offenes Ohr haben!
    Ihr macht das Super, davon bin ich überzeugt!!
    Herzlichst Katrin

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  10. Auch ich bin von diesem Krankheitsbild geprägt. Und ich habe einen Hund. Nein zwei. Und ich bin froh drum. Wer weiß wie mein Leben ohne sie verlaufen wäre. Sicherlich gibt es Tage wo wir mehr machen und Tage wo wir weniger machen. Gerade die Mischung macht es, schließlich wollen wir weder über- noch unterfordern. Ich denke nicht das meine Hunde einen Nachteil haben, aber ich glaube mit geht es durch sie deutlich besser. Sie bewegen mich – körperlich und seelisch.

    Liebste Grüße
    Dani mit Inuki und Skadi

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  11. Auch ich kämpfe gegen Depressionen und bin sogar 2-fache Hundemama! Eine Pauschalaussage – beides schließe sich aus- halte ich für falsch. Es kommt auf die Schwere der Depression und auch auf den Hund an. Ohne meine beiden „Jungs“ (ich habe 2 Rüden) würde ich das Haus nach einem 10 Stunden-Arbeitstag nicht mehr verlassen! Sie geben mir Sicherheit und Zuneigung -Bedingungslos! Ich würde nie alleine in die Stadt zum einkaufen gehen-mit meinen Hunden an meiner Seite – traue ich mich wieder! Sie sind super erzogen und ich widme meine Freizeit dem Training zu Hause und auch in der Hundeschule.
    Also : in Abhängigkeit der Schwere der Depression ist es sehr wohl möglich einem Hund gerecht zu werden! Denn in erster Instanz will der Hund was wir alle wollen- geliebt werden!!!

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  12. Hallo,
    dein Beitrag hat mich gerade sehr berührt….eben weil ich auch betroffen bin. Früher hatte ich nur Katzen….diese haben mir unendlich durch die dunklen Zeiten geholfen….dann kam der Hund meines Exmannes dazu….da dürfte ich das erste Mal erleben wie bereichernd ein Hund ist….auch mit Depressionen….dann folgte die Trennung….der Hund fehlte mir extrem….meine drei Katzen waren zwar noch immer da….aber mit Hund MUSSTE ich raus….egal ob ich wollte oder nicht….
    Dann nach einigen Jahren und einem neuen Lebenspartner bzw Ehemann erfüllten wir uns den Wunsch eines Hundes….ein Tierheimhund aus Spanien mit Behinderung…sie kannte zu dem Zeitpunkt nichts und war 2,5 Jahre alt. Mit ging es zu dieser Zeit nicht ganz so übel….ich konnte sogar arbeiten….und unsere Hündin war immer dabei…
    Sie ist von Anfang ein mein Seelenhund und wir haben viel voneinander gelernt…und wir profitieren von einander.
    Seit 3 Jahren kann ich nicht mehr arbeiten – die Krankheit kam mit voller Wucht zurück….und ich kann sagen….sie hat mir geholfen….denn wieder MUSSTE ich raus….denn ihr Wohl steht definitiv vor meinem….meine Katzen sind immer noch da…und auch sie brauche ich….aber die Hunde sind mein ein- und alles….denn es kam vor knapp 2 Jahren ein zweiter dazu…wieder ein Spanier…und einer der definitiv nicht viel schönes Erlebt hat…denn er ist leicht psychotisch veranlagt….aber – NA UND? Ich liebe ihn trotzdem ….und er hat unser Leben noch schöner gemacht.
    Ich kann die Tage an einer Hand abzählen wo ich nicht mit ihnen Gassi war- wo es mein Mann übernommen hat…höchstens hat er Caspian mal mitgenommen und Patita blieb bei mir….weil sie es wollte…
    Diese beiden Geschöpfe sind für mich absolut wichtig, denn sie geben mir Struktur, und auch einen Sinn…egal wie beschissen es mir geht….für diese beiden gebe ich alles….und wenn sonst nichts mehr klappt….Ihnen geht es gut….
    Und dafür bin ich unheimlich dankbar….

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    1. Liebe Hundemama,
      vielen Dank für deine so offenen Worte und das Teilen deiner Geschichte.
      Wir lieben unsere Tiere und würden einfach alles für sie geben und genau deshalb setzen unsere Vierbeiner Kräfte in uns frei, die wir für verloren geglaubt hatten. Es ist jedes Mal ein kleines Wunder für mich und ich bin, wie du, so unendlich dankbar für meine Hündin und die schönen Momente mit ihr.

      Liebe Grüße

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  13. Du „sprichst“ mir aus der Seele. Genauso denke ich. An Tagen wo es mir besonders schlecht geht – Erschöpfungsdepression nach Burnout – da kommen immer diese Zweifel. Wenn ich Tage habe, wo ich auch nur eine Minirunde drehen kann, so wie gestern zum Beispiel. Am Schlimmsten war es für mich, als ich kurz nach dem Burnout gar nichts mehr fühlen konnte, mich nicht einmal mehr über meine liebe Polly freuen konnte. Das war furchtbar. Ich hatte o Glück einen super Dogwalker, der mir damals geholfen hat. Sonst hätte ich dies nicht geschafft. ich brauchte damals auch mal Tage nur für mich ohne den Druck, rausgehen zu müssen, oder etwas tun zu müssen. Leider kann ich Polly nicht zu meiner Familie oder Freunden geben, sie ist nicht ganz einfach aufgrund ihres Schicksals in ihrem ersten Lebensjahr. Bin eben erst auf deinen Blog gestoßen, ich werde noch ein wenig lesen. Ich komme auch aus Schleswig-Holstein 🙂

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    1. Hallo Iris,
      ich finde es super, dass du dir in schwierigen Zeiten eingestanden hast, dass du mit Polly Unterstützung brauchst. Dazu gehört viel Mut. Ich hatte diese Situationen auch mit Summer als ich noch im Nachtdienst gearbeitet habe, aber ich habe mir keine Hilfe gesucht und war dann sehr unausgeglichen aus Erschöpfung und Überforderung.

      Hat der Dogwalker von damals nciht vielleicht nochmal Zeit, um Polly zu betreuen während du in der Tagesklinik bist? Ich hatte bei Sabrina auf dem Blog gelesen, dass du auch auf der Warteliste stehst. Das Problem mit der Betreuung kenne ich, zumindest so regelmäßig wie während eines Klinikaufenthaltes. Ich habe das Glück, dass meine Mutter Summer nimmt, aber sie morgens mit dem Bus zu ihr zu fahren und nach der Klinik erst wieder abzuholen und dann wieder mit dem Bus nach hause zu fahren, das war mir letztes Jahr oft zu viel. Ich hoffe, dieses Mal wird es besser. Wenn du aus SH kommst, kann man sich ja vllt mal treffen, wenn du dazu Lust hättest.

      Liebe Grüße

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      1. ja wäre toll, wenn wir uns mal treffen könnten. Aber im Moment habe ich noch nicht die Kraft für solche Zugfahrten, gerade mit Polly. sie ist nicht so einfach, deshalb kann meine Familie sie nicht nehmen. Da hätte ich immer Angst, ihr würde etwas passieren. Das mit der Hin- und Herfahrerei ist purer Stress. Das kenne ich, zudem ist im Bus auch kaum Platz für Hunde und Polly ist nicht so gut auf Menschen sozialisiert. Sie erschrickt sich auch heute noch manchmal, wenn Menschen sich über sie beugen. Ist viel viel besser, aber die Mitmenschen sehen das nicht so, vor allem wenn es Kinder sind. Sie bellt nur, weil sie sich erschrocken hat, aber für mich sind Bahn-und Busfahrten deshalb total stressig. ich überlege jetzt, ob ich es mal mit dem Fahrrad versuche, sie wiegt 9 kg. Mal schauen. Mein Dogwalker war sehr teuer, aber ich habe die Polly noch an einem Tag in der Woche in der HuTa, nur für den Fall der Fälle, dass ich dies mal brauche. Ich wohne im Moment in Bremen, aber ich möchte unbedingt mit der Polly mal nach Kiel, dort habe ich früher gewohnt und war viel am Strand. Das fehlt mir. vielleicht komme ich mal im Juli oder Ende Juni 🙂 würde mich freuen wenn es dann klappen könnte. Liebe Grüße

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  14. liebe anna tefka,
    lass dich nicht beirren – genau so wenig wie dein hund sich beirren lässt. hunde sind intelligent genug, mit menschlichen unzulänglichkeiten zurecht zu kommen…
    bernd

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  15. Ich selbst habe Depressionen,Borderline usw.Ich hatte auch schon Hunde.Momentan bin ich aber der Meinung,daß ich nem Hund nicht gerecht werden kann.Eben weil ich an manchen Tagen die Wohnung nicht verlasse.Um trotzdem eine Aufgabe zu haben,bin ich Pflegestelle für Katzen.Momentan hab ich sogar nen Kater,mit dem ich fast täglich gassi gehen muss.

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  16. Danke für deinen Beitrag. Die Aussage von Herrn Rütter hat auchich sehr getroffen. Ich lwide seit meiner Kindheit an diversen psychischen Erkrankungen. In 2014 habe ich dann auch endlich meine Depressionen behandeln lassen. Ohne meinen Loki hätte ich das nicht durchgezogen. Er war der Auslöser für meine Einsicht, dass ich mich endlich behandeln lassen muss. Er ist der Grund gewesen, dass ich jeden morgen aufgestanden bin, bei Wind und Wetter vor die Tür bin… Dein Artikel hat mich sehr berührt. Ihr schafft das. Da bin ich gamz sicher!

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  17. Liebe Anna, ich war auch schwer depressiv und habe mir gerade aus diesem Grund einen Hund angeschafft. Pablo, ein Labrador, hat mich aus der Depression herausgeholt. Ich habe mich gezwungen mit im raus zu gehen. Ich habe wieder die wunderschöne Natur wahrgenommen und er hat mich zum Lachen gebracht. Versuche es mal!!!! Zwinge dich raus zu gehen mit Summer! Ich weiß Zwang ist eigentlich nicht toll, aber tue es trotzdem. Ich wünsche dir viel Glück!!!!
    Ganz liebe Grüße,
    Sylvia

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  18. Hallo, zufällig bin ich beim stöbern über diesen Beitrag gestolpert. Selten lese ich solch eine authentische, sich selbst super toll reflektierende Erzählung einer Person des alltäglichen Lebens. Hut ab, du kannst wirklich stolz darauf sein – ohne es zu Hinterfragen. Tolle Kommentare, sehr echt und absolut für wirklich viele Menschen nachvollziehbar. Auch ich habe eine seelische Behinderung bin knapp 50 Jahre alt und seit knapp 15 Jahren zeitberentet am Stück. Ich habe 2 eigene Hunde und einen 3. den ich dauerbetreue. Über die Jahre bin ich an meinem Hund gewachsen, durch ihn, mit ihm. Newton ist ein hochsensibler Hund, so auch ich. Hochgradig panisch, paranoid und chronisch psychotisch,sporadisch hochgradig depressiv -suizidgefährdet-. Erst nach meinem größten Zusammbruch vor 16 Jahren und der nachfolgenden 2-3 Jahren, des Langen Zurück ins Leben Kämpfens, hatte ich mich entschlossen, ohne irgendeine Ahnung zu haben, was ich tue, was auf mich zukommt, einen Hund aus dem städtischen TH zu holen. Als ich ihn in seinem Zwinger ängstlich, nein panisch, total verunsichert, spindeldürr da sitzen sah, er wollte nicht gesehen werden, stets den Antrieb sich verstecken zu wollen, sein Blick gebrochen; aber dahinter sah ich mehr in seinen Augen, einen unbändigen Willen und eine große Selbstsicherheit, was er wollte und was nicht. Ich nahm das Bündel Elend mit. Wir zwei sind in den letzten 11 Jahren durch dick und dünn, er hat viel mitgemacht mit mir, aber ich mit ihm auch, wir sind beide aneinander gewachsen ohne irgendetwas zu erzwingen, vollkommen eigenständig und selbstentscheidend, stellte sich bei ihm und bei mir heraus, sind ein Teil von uns, somit konnte dann auch meine amtliche Betreuung beendet werden. Heute sind wir 4 ein Vorzeigerudel, Frauchen, Husky-DSH-Mix, Mali-Mix und Galgo Espanol. Ich habe mein Leben fest im Griff, bin glücklich und zufrieden, kaum Symptome, außer einen ganz normalen Stress und Alltagsprobematiken den/die jeder andere auch haben wird. Was ich bestätigen kann, durch meinen jetzigen „Partner“, (eine Beziehung ist aufgrund seinen „Verhaltensauffälligkeiten“ nicht möglich und von mir aus auch nicht mehr gewollt) der oft hoch aggressiv, immer gleich gereizt, mit oft gehobener Stimme, negativ denkend, sehr unsicher und unselbständig ist, wurde mein Newton sehr sehr krank, weil auch ich durch den Partner wieder kurzzeitig von den Beinen gerissen würde. Ich traf für mich und meinen Hund, (da hatte ich schon 2) (wie auch er hatte einen, den ich ihm ermöglicht habe) und auch aufgrund des Verhaltens meiner Hündin eine endgültige Entscheidung. Das spürte das ganze „Rudel“. Mein Krebskranker Newton schaffte es wieder auf die Beine, in einen lebenswerten Zustand, ich war auch körperlich erkrankt, auch mein körperliches Leiden stabilisierte sich nach einem Schmerzklinik Aufenthalt und danach fedtigte sich das Rudel, den Galgo von ihm nahm ich in meine Verantwortung und als Rudelführer erkannte ich ihm nach gewisser Zeit auch einen Platz zu. Es war mir nicht möglich vorher, meine beiden anderen Hunde förderten mich dabei, meine Haltung gegenüber dem Hund meines Partners endlich als neutral anzusehen, er konnte ja nichts für. Dies ließ ich aber auch erst zu nachdem ich ihn abgeben wollte, den Galgo mein Dauerbetreuter und er dreimal wieder zu mir von alleine zurück kam, da wusste ich, dieser Hund erkennt mich an, auch er fühlt sich beschützt, sicher und geliebt auch wenn ich das mir nicht eingestehen wollte, so bin ich doch diejenige für ihn, der Mensch dem er vertraut, sein Anführer, seine Sicherheit, sein Leben und so sind wir das respektable 4rer Rudel geworden. Ich sag ganz klar JA zu einem Leben MIT HUNDEN trotz Behinderung, ein körperlich Behinderter, stellt er sich solche Fragen? Du musst einfach nur dahinter stehen was du tust, das musst du nicht mal vertreten müssen, du selbst als hochsensibler Mensch, das sind wir wohl, die Depressiven, Panischen, Ängstlichen und Unsicheren, – wir haben noch etwas ganz Besonderes, nämlich INTUITION, genau wie die Tiere, macht euch das bewusst und es gibt keine richtige oder falsche Entscheidung, nur Konsequenzen und? Ja das ist das Leben!! Für alle Lebewesen, lasst es euch gut gehen. LG Emma

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  19. Wow sind das tolle einfühlsame Kommentare. Ich selber habe erst eine lange Therapie hinter mir. In dieser Zeit entschied ich mich, 2 Notfellchen zu adoptieren. Die Beiden hatten mehr mitgemacht als ich, sie forderten mich heraus mich ganz auf sie zu konzentrieren. Die neue Welt hier war absolut fremd für sie. Ich fing an, mich nicht mehr auf mich und meine Krankheit zu konzentrieren. Die Abschlussworte meiner Therapeutin: „Ich muss zugeben, dass sie, seit sie die Hunde haben, die meisten Fortschritte gemacht haben“. Also machen wir doch irgendwo was richtig. Oder?

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  20. Hallo, der Hr. Rütter hat mich auch sehr verwundert. Denn ich bin auch Depressiv. Und mein kleiner Hundekumpel hat mich gerettet. Und ich hab ihn gerettet.

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  21. ….und ja, es ist dem Hund gegenüber fair. Es sind die Depressiven, die sich mit ihren Vierbeinern und deren Wohlbefinden am meisten auseinandersetzen, weil sie uns so unglaublich wichtig sind. Sie sind oft der letzte Halm, der uns am Leben hält und um ihn nicht zu verlieren gehen wir jeden Lebenskampf ein. Hierbei ist uns sein Glücklichsein so wichtig, dass wir längst vergessene Reserven frei setzen. Der Chefarzt bei meiner ersten Reha sagte: Hunde sollten depressiven Menschen zwangsverschrieben werden. Mit diesen Worten im Kopf kaufte ich mir anschließend einen Hund und es war eines der besten Entscheidung, die ich je traf.

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  22. Hallo Zusammen, vielen Dank für den Beitrag, und auch für die anderen Kommentare.
    Die Aussage von Hr. Rütter sehe ich sehr kritisch.
    Ich habe die Diagnose Manisch-Depressiv. Und seit ich mein Leben mit Bobby aus Spanien teile, bin ich stabil. Es hat mich streckenweise sehr an die Grenzen gebracht, aber ich habe jetzt Unterstützung durch Hundeschule und Hundeverein, nun kann man auch sagen, der kleine Kerl entspannt sich langsam, denn viel gutes hat er früher nicht kennengelernt. Ein Angstbeißer, der schon fast 9 Monate nicht mehr gebissen hat. Ich kann ihn nun auch langsam bürsten, und am Sonntag hab ich ihn das erste Mal ohne Maulkorb gebadet. Er ist seit Ende Okt. 2013 bei mir.
    Inzwischen ist mir auch ziemlich egal, was die Leute sagen oder denken.
    Mir konnte nichts besseres passieren als Bobby. Ich bin jeden Tag draussen, manchmal trifft man sogar richtig nette Menschen auf einen kleinen Schnack.
    Seine bedingungslose Liebe und die Verantwortung, sich gut um ihn zu kümmern, hilft mir wieder auf die Beine.
    Unsere Runden sind auch unterschiedlich lang, aber manchmal hat er halt einfach keine Lust…. 🙂
    Ein Leben ohne Hund ist möglich, aber sinnlos. Das ist meine Meinung!
    Ich finde, wir mit unseren Hunden sollten uns nicht so viele Gedanken machen.
    Wir (und unsere Hunde) tun unser bestes, und das machen wir gern.

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  23. Hallo Anna,

    Respekt für deinen ehrlichen Artikel. Mein Hund wird dieses Jahr 13 Jahre alt. Wir waren mal zu dritt. Unser Freund ist leider schon gestorben als er 10 Jahre alt war. Beide sind, obwohl gleiche Rasse, vom Wesen her vollkommen unterschiedlich. Der Kleine, der leider nicht mehr da ist, war ein guter Freund. Er hat mich getröstet, wenn ich geweint habe, hat viel Zuwendung gebraucht und war sehr sensibel. Der den ich noch habe, ist eher ein Traktor, was Gefühle betrifft und ein Egoist. Natürlich habe ich ihn lieb. Ich habe mich allerdings schon öfter gefragt, ob ich ihn nicht abgeben sollte, war einige Male fest dazu entschlossen. Warum?
    Zum einen, weil ich die gleichen Gedanken hatte wie du… dass ich dem Hund nicht gerecht werde, ihn dazu zwinge mit mir alleine zu Hause zu sitzen.
    Zum anderen, weil ich ihn eher als Grund für meine soziale Isolation wahrnehme zeitweise. Gerade wegen dem Hund gehe ich nicht zu Freunden, fahre ich nicht in den Urlaub, betreibe ich manches Hobby nicht, war ich seit Jahren nicht mehr in einem Museum, nicht im Auslandsstudium und kann die Jobsuche gestaltet sich schwierig. Ich bin unruhig, sobald ich das Haus verlasse und bemühe mich möglichst schnell wieder nach Hause zu kommen. Alles muss ich planen nach maximaler Verweildauer außer Haus, dabei oft Prioritäten setzen und ich persönlich falle hinten runter.
    Ganz ehrlich: Wenn mein Kleiner mal gestorben ist, werde ich mir sicher kein Haustier mehr zulegen. Ich lebe seit ich 20 Jahre alt bin angekettet. Die schönen Momente wiegen das leider meiner Ansicht nach nicht auf.

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  24. Hallo

    Ich habe den Bericht gerade gelesen und bin total beeindruckt von deinem Mut und angesteckt von der Idee endlich dieses Thema zu enthabuisieren!

    Ich hab das Ganze ein wenig sacken lassen und werde nun auch was dazu schreiben und biete an, falls irgendwer ernsthaft vor hat das Thema öffentlicher anzugehen ..ich wäre dabei..:)
    Ich finde es wichtig das Thema!

    So ganz grundsätzlich denke ich sind Menschen, Krankheitsbilder, Tiere und Lebenssituationen viel zu unterschiedlich um pauschal ein Urteil fällen zu können.

    Doch auch ich muss zugeben wenn sich jemand in einer Lebenskrise ein Tier mit so hoher Verantwortung und Ansprüchen anschafft, bekomm ich auch Bauchweh und manchmal auch sehr starkes Bauchweh..
    Besonders wenn es so Tiere sind, die eigentlich ein stabiles zu Hause bräuchten, eine souveräne Haltung…. dann müssen sie zu Menschen die mit sich selber nicht im Klaren sind und das halbe Leben wird an ihren rumtherapiert, oder sie müssen ganz viel EInschränkungen hinnehmen….das ist nicht fair dem Tier gegenüber.
    Kann ihnen aber auch bei „gesunden“ Menschen passieren..
    Das ist höchst unfair und ich denke auch, das sind genau die Leute die der Rütter meint und damit hat er absolut recht.
    Einfach weil kein Hund es verdient hat als sozio-emotionales Projekt der Scheiterung durchs Leben geschliffen zu werden und sind wir mal ehrlich, da draussen laufen immer mehr Menschen mit Hunden rum, die keinen Hund haben sollte und es sind oft alleinstehende Frauen..nebenbei bemerkt..wie auch ich eine bin..:)

    Mit dem Unterschied das ich meine Hunde schon lange Jahre hatte, bevor ich krank wurde und man hat soviel mit sich selber zu tun, man muss soviel ans ich arbeiten..

    In jedem Fall würde ich mir wünschen, das instabile Menschen, sich stabile Hunde anschaffen…dem Tier zuliebe…

    Aber, ich finde es gut das es jemand thematisiert denn es beschäftigt mich schon lange und es wird viel zu wenig darüber geredet…
    Was mich vor allem begeistert ist das hier offensichtlich jemand schreibt der das ganze nicht aus einer tiefen einmaligen Verstimmung heraus schreibt, sondern der wirklich akut betroffen ist und ebenso sich durchs Leben boxt wie ich..

    Und nachdem ich so negativ war muss ich nun auch was positives loswerden:
    Ich kenne bereits persönlich einige Menschen die nur wegen ihrer Tiere noch auf 2 Beinen stehen und die das besser meistern als manch ein gesunder Mensch!!

    Ich weiß aber auch von Therapeuten und Mitpatienten das es nicht selten der Fall ist das man Hilfe braucht…um alles zu schaffen.
    Ein Beispiel war ein junger Mann, der seinen Perserkater so vernachlässigte das die Lebenshilfe den Tierschutz hinzuzog und man das Tier am Ende einzog.

    Er war nicht böse, er brach zusammen,..wiedereinmal, er brauchte jemanden der morgens zu ihm kam damit er aufsteht, seine Zähne putzt und in die Klinik fuhr…….
    Ich kannte ihn durch unsere Gruppenstunden, er erzählte davon…und es tat weh das zu hören, ich hab selber Katzen…
    Er war einer der traurigsten Menschen den ich kannte zu der Zeit und der Kater den hat seine Mutter ihm vererbt, er konnte ihn nicht hergeben..und er konnte aber auch nicht für ihn sorgen….man kann manchmal nicht..und es ist wichtig sich Hilfe zu holen, damit andere das tun können, was man selber nicht schafft.

    Dafür muss das Thema enttabuisiert werden….die Menschen müssen sich trauen können..
    Schwäche sollte in unserer Gesellschaft kein Grund mehr sein sich zu schämen..
    Deswegen ist dieser Blog einfach großartig!

    Ich möchte Gedankenstöße liefern und dabei von mir berichten, da ich seid über 4 Jahren in so einer Situation lebe……

    Meine Hunde hab ich mir angeschafft als ich Mitte 20 und voller Kraft und Lebenslust war.
    Es war die Lebensphase in der andere eventuell über heiraten nachdenken, über Kinder, berufliche Veränderung..etc etc und ich, ich wollte nicht auf die Mann-Haus-Kind Nummer warten um mir meinen Kindheitstraum zu erfüllen.

    Die Arbeit lief gut und beständig, war anstrengend psychisch wie physisch, aber sie gab mir auch viel zurück…..Sozialer Bereich halt…

    Auf meinem Hoch fing ich also mit den Hunden an und konnte sie sogar in mein Berufsleben, in einem für Hunde doch ungewöhnlichen Arbeitsbereich erfolgreich mit einbinden.

    Es war eine wundervolle Zeit..
    Wir haben soviel zusammen gemacht, soviel zusammen erlebt, alle mochten die Beiden und bis auf die Trennungsangst des Ersthundes…(oder war es meine Trennungsangst?) und ein paar Pöbelproblemen, lief es super.. der Zweithund war noch unproblematischer.
    Ich habe bewusst den ausgeglichensten und abgeklärtesten Welpen aus dem Wurf gewählt und das war goldrichtig..er sollte auch mit auf Arbeit vom ersten Tag und dazu musste er stabil sein.

    Mit 30 fingen dann Probleme auf der Arbeit immer stärker an in mein gesamtes Leben einzugreifen..dann lief es auch sonst im Privatleben nicht so, wie ich es mir wünschte..

    Das einzige was mir half dem Stress und den Problemen zu entfliehen waren meine Tiere und ja..ich bin ein Computerspieljunkie..
    Die Stunden mit den Hunden in der Natur oder auf den Hundetreffen, waren meine Energietanks..
    Ich hab alles in die Hunde gegeben und jede Minute genossen..jede Minute wo sie nicht da waren verflucht.
    Zu Dritt waren wir auch gut und Stadtbekannt unterwegs, ich hab mich gern mit Gott und der Welt unterhalten solange sie am Ende nichts von mir wollten, am liebsten war ich aber unter „Mithundlern“..

    Jedoch irgendwann hatte ich gar keine Kraft und auch Zeit mehr für die Dinge, die das Leben sonst noch Lebenswert machen..
    Zeit mit Freunden, Kino, Konzerte..was ich sonst liebte..ließ ich einschlafen…erst sagte ich einmal nen Termin ab, dann zweimal..dann immer und ich verlor auch „Freunde“..

    Die Hunde waren meine Ausrede für alles.

    Mein Leben war nun Arbeit Arbeit, sie verbrauchte mich immer mehr und in meiner Freizeit brauchte ich die letzte Kraft um den Hunden gerecht zu werden und den Rest verschwand ich in der Computerspielewelt.

    Ich begann ständig krank zu werden, ein kleiner Schnupfen wurde auf unerklärliche Weise zu einer Lungenentzündung… Kur und 2 Krankenhausaufenthalte .. nichts half..
    Aber egal..muss weiter gehen, man muss arbeiten um sich sein Leben leisten zu können und ich komme aus einer Familie wo alle viel arbeiten..da kann ich doch nicht schlapp machen.

    Dann kam betriebliche Umstrukturierung wegen Teamstress und QM..plötzlich konnte ich die Hunde nicht mehr mitnehmen nach fast 6 Jahren, privat lief es auch nur schlecht..Scheiss Kerle……und auf einmal war mein Traum, meine Leidenschaft, meine Hunde auf einmal waren sie auch eine Belastung. Schleichend..

    Das war unerträglich…alles Gewohnte schlief nun ein..alte Bekannte mit Hund, hatten komplett andere Zeiten als ich und wir waren separiert irgendwie..

    Ich wollte die Hunde aber nicht aufgeben und ich sah auch keinen Grund, ich stand um halb 4 auf, damit ich um halb 6 auf Arbeit sein konnte bei jedem Wetter Nachts mit den Hunden raus, arbeitete bis 14 manchmal 15 Uhr und raste nach Hause um dann den Rest des Tages den Hunden ihr Recht zu geben.
    Der Sitter hatte manchmal keine Zeit, das waren Tage..da war ich manchmal ganz am Ende…
    Aber die neue Arbeit machte Anfangs viel Spaß..immerhin, ich war gerne da..
    Den Hunden hat das alles wohl recht wenig ausgemacht, ich litt mehr darunter viele Leute nicht mehr treffen zu können und weniger Energie zu haben denke ich.

    Und dann wurde ich wieder dauerkrank nach knapp einem Jahr und ich wurde zwangsversetzt wo es nicht so störte wenn ich viel fehlte, das nahm mir den Rest..
    Mein Rest Leidenschaft den ich an der Arbeit empfand wurde damit zerstört, ich kürzte Stunden, riss Arbeitstechnisch aber alles an mich was mich irgendwie erfüllen konnte…womit ich Zeit todschlagen und mich selber auf der Arbeit als wertig empfinden konnte..

    Aber im Grunde war ich kreuzunglücklich..irgendwann gab es Phasen wo ich auf Toilette ging um zu heulen auf Arbeit, wo ich mich mit Absicht am Glas schnitt und es gab auch die Situation wo eine höher gestellte Kollegin mich ansprach das ich manchmal dasitzen würde und in die Leere starren, das das nicht gehen würde..also riss ich mich zusammen und baute eine Maske

    Zu Hause warten ja die Hunde, mein Lichtblick..der Grund aufzustehen, das Futter will verdient werden..
    Ich hielt das fast 5 Jahre durch…mit Krankheiten, aber die störten nun weniger.

    Die Hunde …..es lief zum Ende der 5 Jahre alles wie mechanisch ab, ich weiß aus der Zeit auch fast nichts mehr..ich war wie eine Maschine..
    Ich liebte meine Hunde, aber die Dinge die mir früher Spaß machten um sie herum, ließen mich genauso freudlos im Leben wie alles andere auch..alles war nur noch ein „weil man es machen muss“

    Freunde, Familien fiel es auch auf, aber da war kein durchkommen bei mir…die Maschine lief und hatte keine Notbremse..

    Am Ende kam dann die Schlaflosigkeit und ich saß beim Hausarzt und wollte Schlaftabletten..noch immer merkte ich es nicht..oder wollte es nicht merken..
    Dann sagte mein Hausarzt mir, das er mir die nicht geben wollen würde und hat mich zum psychosozialen Dienst und einem Psychiater empfohlen..
    Anti Depressiva auf Verdacht gab es oben drauf..

    Da steht man nun..der Boden unter den Füßen ist weich wie Wackelpudding und dann sind da 2 Hunde…

    Hunde, die als Art hohe Ansprüche an die Haltung stellen
    Hunde die merken wenn man labil ist..
    Hunde die zwar kein Problem haben wenn man mal 1-2 Tage nichts macht außer um den Block zu gehen sie waren ja auch schon älter, aber am dritten Tag wollen sie schon ihr Recht..
    Hunde, die Zuwendung brauchen wenn man selber eigentlich froh ist wenn man es noch schafft auf Toilette zu gehen um nicht ins Bett zu pissen..

    Ich sag das mal so hart, weil es bei mir so hart war ..nicht mal meine Tiere haben noch Freude in mein Leben gebracht zu der Zeit, sie waren eine zusätzliche Belastung, aber zeitgleich auch mein Antriebsmotor
    Ich musste also jeden Tag raus..ich musste irgendwie noch was organisieren um die Tiere…vor allem aber auch nun um mich selber..
    Arzt, Klinikaufenthalt, AU, Krankenkassennerv,Gewerkschaft-Arbeitgebergespräche, Tabletten die einen zudem Müde machen und zunehmen lassen…das Leben überdenken..

    Also ganz ehrlich..ohne Freunde und Familie hätte ich das alles nicht geschafft…mir wäre es vielleicht gegangen wie meinem Mitpatienten mit dem Perserkater…aber wahrscheinlich hätte ich vorher die Notbremse gezogen und sie abgegeben..meine Familie allein hätte das nicht zugelassen.
    Er war ganz allein..er hatte nur sich und diesen Kater…

    Das macht einen riesen Unterschied…

    Ich hatte natürlich zudem auch Glück das meine Hunde älter waren und wir ein eingespieltes 3er Gespann…das half schon sehr.

    Wobei ein Hund es ganz gern ausnutzt wenn ich schlechte Phasen habe..er merkt es und versucht die Hausordnung abzuändern in Teilbereichen, das war schon manchmal schwer und oft hab ich das einfach ignoriert weil es Kleinigkeiten waren, bis zu den Phasen wo ich wieder die Kraft hatte klarer zu sein.

    Der andere Hund ist total einfach, er hinterfragt nichts, er ist immer gut gelaunt, mag alles und jeden, kann auch gut bei Freunden bleiben ..dafür hat er mir in der Zeit als ich so ganz unregelmäßig draußen war nicht verziehen und 2-3 mal in die Wohnung gemacht.
    Beim letzten mal sogar ins Bett und das war so so ein Wendepunkt..ab da hab ich mich wieder mehr zusammengerissen, dem war natürlich zuträglich das ich endlich einen Platz in einer Tagespsychiatrie hatte und somit die Hoffnung auf ein baldiges normales Leben…dachte ich…

    Die Klinik war hart..und ich war froh und dankbar einen Bekannten zu haben der die Hunde bis Mittags betreute und dann nochmal einen großen Gang machte, denn wenn ich aus der Klinik kam, dann war ich am Ende.
    Da war nur Kraft für eine kleine Morgen und Abendgassirunde und die Wochenenden….so hart, 4 harte Monate.
    Man muss erst mal lernen wieder in sich hineinzuhören, sich zu verstehen..lernen Freude zu empfinden, den Focus nicht immer auf die negativen Dinge zu legen, das Erlebte aus dem Klinikalltag verarbeiten denn auch die Mitpatienten gehen nicht spurlos an einem vorbei..an manche denke ich bis heute, mit einigen hab ich Kontakt bis heute…..und dann wenn man wieder klarer sieht, muss man nach vorne gucken..wie geht es weiter…

    Die Hunde hatten kein Problem, sie kennen den Bekannten gut..er hat sie ein bisschen verzogen und ich werde einem Hund vermutlich nie die ein oder andere Klein-Macke abgewöhnen können, dafür waren sie glücklich als es mir so ganz scheisse ging über lange Zeit und das ist viel wichtiger als alles andere.
    Derselbe Bekannte steht uns heute immernoch zur Seite, für die Hunde ist es normal..er kommt , er geht..mal sind sie da, mal ist nur ein Hund da, mal beide..sie lieben ihn und er liebt sie

    Klinikende..Wiedereingliederungsvertrag…
    3 Wochen liefen super, ich wollte sogar länger bleiben als die vereinbarte Zeit, durfte aber nicht..nach 3 Wochen hat mein AG den Vertrag gebrochen und wollte mich anders als abgesprochen einsetzen..das war mir zu viel, ich habs zwar versucht, bin aber nach 25 min auf Arbeit zusammengebrochen..
    Und ich hatte nicht die Kraft mich zu wehren..
    Ein gesunder Mensch wäre zur Gewerkschaft gegangen..ich saß 2 Stunden später beim Psychiater mit einer neuen bösen depressiven Episode..
    Ich kam an dem Tag nach Hause..noch keiner wusste es, ich war am Boden zerstört..ich wollte die Decke über den Kopf ziehen, aber als ich die Tür aufmachte waren da..die Hunde.
    Sie freuten sich, sie wollten raus..ich setze mich erst mal und weinte..weinte..die Hunde warteten.
    Was sollten sie auch tun..und dann ging ich raus mit ihnen..
    Am selben Tag bekam ich das erste mal Atemnot und Schwindel unterwegs…seid her, auch 2 Begleiter, die ab und an mal vorbeischauen und dann wieder verschwinden..
    Ich hab nach langer kraftaufwändiger Suchen nun einen Therapeuten, der mir hilft diese Begleiter in ihre Schranken zu weisen..

    Alles wurde nur schlimmer in meinem Leben und dann kam die finanzielle Not als das Krankengeld auslief noch oben drauf……..
    Nun kamen die Ämter..
    Und wenn man sich sowieso schon schlecht fühlt..sobald man beim Amt ist und man spürt das man nur noch eine Nummer ist, wird man zum gefühlten Bodensatz der Gesellschaft ..
    Und die nächsten Probleme kommen..
    Wohnunterkunft zu teuer..ich wohne hier bald 18 Jahre, meine Wohnung ist kein Luxus, 2 Zimmer kein Blk..dennoch..14qm zu groß für Hartz4..da sind die Vorschriften unerbittlich..
    Das Geld fehlt..es wird einem einfach nicht ausgezahlt.

    Was ist mit den Tieren????

    Muss man sich halt was neues suchen wenn man kann.
    Ich hatte Glück und meine Krankheit wurde vom Amt anerkannt, sonst hätte ich noch weniger Geld..
    Ich weiß nicht wie ich allein die Wohnungssuche bewältigen sollte..und wie ich was finden sollte mit den Tieren und ohne Kohle, auch nicht..kann die Katzen doch nicht in ein Einraumklo sperren..

    Wer weiß das Menschen mit Hartz4 sich ihre Tiere nicht mehr leisten können, der ahnt wie es jemandem geht der noch einen 3stelligen Betrag weniger bekommt als das was der Regelbetrag hergibt.
    Oder auch wenn Hartz4 Armutsgrenze ist..was ist dann das hier?

    Den Tieren ist es so egal..sie wissen nicht das ihr Futter heute jemand anders bezahlt, jemand der viel Herz hat für sie und somit auch für mich.

    Also am Ende ist also genau das passiert, wovor ich Angst hatte..und was mich immer angetrieben hat und zum Teil auch krank gemacht hat…

    Ohne Hilfe undenkbar…..
    Ich hatte wen der in den schlimmen Phasen alle paar Tage mal mit mir ins Grüne gefahren ist, damit die Hunde und ich mal rauskommen
    Ich hatte wen der sie betreut hat wenn ich in der TK oder in Reha war
    Ich hab wen der die Tierarztrechnungen bezahlt und auch wen der uns zum Tierarzt fährt wenn ich es selber nicht schaffe, weil ich gerade wieder ne Angstphase habe..
    Mir wurde mein Fahrrad aufgemöbelt mit Anhänger für die Hunde, so bin ich mobil, kann selber wieder ins Grüne fahren und meinen nun altem Hund die Welt noch zeigen, ich sitze zwar immer noch in der fürs Amt zu großen Whg habe aber einen kleinen Garten am Haus, den ich auch an schlechten Tage nutzen kann…und der macht auch viel wett.

    Ich weiß jetzt das man mit unter 200 Euro im Monat überleben kann und man beim Aldi dafür sogar Katzenfutter bekommt, es darf nur nichts kaputt gehen und man darf weder zu noch abnehmen, weil kein Geld für Klamotten da ist……und die Hunde, wären ohne Hilfen schon lange nicht mehr drin.
    Rein finanziell kann ich die Hunde nicht mehr halten..fakt.

    Ein Hund hatte 2 Klein -Ops in der Zeit, der andere braucht Schmerz und Entzündungshemmende Mittel, paar andere Kleinigkeiten zwischendurch und überhaupt wer will beim Tierarzt stehen und sagen müssen das man sich eine Behandlung nicht leisten kann ?
    Allein die Schmerzmittel kosten im Monat die Hälfte von dem was ich zum Leben zur Verfügung hab…
    Und ich hab eine Tierärztin die mir immer gute Preise macht…

    Ohne Hilfen also alles undenkbar..

    Ich kann heute jeden verstehen der in ähnlichen Umständen sich trennen würde von seinen Tieren, es kostet einen viel und birgt ein Restrisiko für die Tiere.
    Nicht jeder hat das Glück so tolle Menschen in seinem Leben zu haben, die in Engpässen aushelfen..
    Wäre ich alleine mit meinen Tieren auf dieser Welt, es wäre unverantwortlich in selber Situation und wenn ich ehrlich bin dann hab ich nur keine schlaflosen Nächte deshalb, weil ich gelernt habe mich abzugrenzen vor Problemen, bzw weil ich weiß das ich Menschen im Rücken habe, die helfen..

    Und weil es so schwer ist Nichtbetroffenen zu erklären wie das so ist:

    Erst letzte Woche hab ich meinen Oberarm wieder bearbeitet mit einem Teppichmesser und mich bestraft dafür das ich zu feige bin, einfach von der Brücke zu springen und das ganze Elend zu beenden..
    Erst gestern saß ich in der Sonne mit den beiden betagten Hunden und musste aus heiterem Himmel weinen.
    Es kommt und geht, es klopft nicht an..es kommt einfach rein, setzt sich bedient sich und dann geht es wieder. Hinterlassen tut es immer eine Form der Unruhe..der Sorge wie lang es wohl dauert bis es wiederkommt..

    Meine Tiere sind mein Grund weiter zu machen, ich weiß nicht was passiert wenn sie von mir gehen.
    Einen neuen Hund in dieser Situation anzuschaffen wäre unverantwortlich.

    Aber daran denke ich nicht um nicht noch mehr kaputt zu gehen…und laut reden darüber tue ich auch nicht gern um die Menschen nicht zu verletzen die mir soviel helfen durchzuhalten..weil ich weiss, es würde sie verletzten…

    Das ist genau wie mit allem anderen, wenn ich zu viel darüber nachdenken würde dann zerbräche dieses Gerüst was ich erbauen konnte um wieder halbwegs gerade zu gehen und wieder so Dinge wie Freude zu empfinden.
    Dieses Gerüst wird von Säulen getragen, eine Säule gehört meinen Tieren..

    Darum auf irgendeine Art und Weise brauch ich Tiere in meinem Leben und am liebsten Hunde, aber wenn ich nicht das Gefühl habe einem neuem Hund dasselbe geben zu können was ich damals geben konnte als ich gesund war, dann kommt kein neuer Hund in mein Leben.

    Aber bis dahin vergehen ja noch Ewigkeiten und 30 Jahre!

    Scheut nicht euch Hilfe zu holen…es ist manchmal nur eine kleine Überwindung aber es kommt meist ganz viel zurück.
    Und es tut gut nicht alleine zu sein…

    Auch wenn man sich immer alleine fühlt so wie ich, ich weiss im Notfall ist da wer und kann die Dinge übernehmen die ich nicht mehr leisten kann.
    Und das haben die Tiere auch einfach verdient…

    Es ist ein schönes Gefühl wenn alles geregelt ist, man kann sich dann auch besser auf sich konzentrieren..das ist notwendig ..nicht nur zum überleben, sondern auch damit es mal weiter nach vorne geht.

    Es ist wichtig an sich zu arbeiten und sich nicht hinter den Tieren zu verstecken.

    Ich gehe schon seid langem wieder gezielt unter Menschen, die Hunde waren mein Einstieg, mittlerweile hab ich ein ganz klitzekleines Ehrenamt, ich war zum ersten mal seid 6 Jahren im Kino, hab alte Bekannte wieder getroffen, gehe wieder auf alte Plätze von früher und wenn der ungebetene Gast nicht manchmal unerwartet reinschneit und miese Stimmung verbreitet, dann kann ich sagen das es bergauf geht

    Mein Ziel ist ganz klar die Bürde von meinen Tieren zu nehmen, der Grund meiner Existenz zu sein.

    Kein Mensch will so eine Bürde tragen und ich bin sicher wenn ich die Hunde fragen könnte, sie würden es auch nicht wollen.
    Sie machen es, weil sie keine Wahl haben..sie machen es weil sie die Dinge so nehmen wie sie sind und das beste daraus machen mit unserer Hilfe…

    Sie machen es weil ich ihnen das Futter hinstelle ..:)

    Traut euch mehr, bitte…keiner muss sich schämen!

    Macht eure Schwächen zu euren Stärken..:)

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      1. Nein bl0ß nicht, ich denke es war damit gemeint, dass deine Ansätze, Gedankenspiele und Anregungen so interessant sind, dass sie einen eigenen Artikel und somit eine größere Plattform verdienen und nicht als Kommentar hier untergehen sollten.

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      2. Nein, nein, andersrum!! Das ist so gut geschrieben, dass es mehr Wert ist!!! Respekt, ich habe auch erst vor 2 Tagen diesen Blog, Artikel zufällig gelesen habe es ebenfalls kommentiert. Also das mit dem „Sprottenhund“ und diesen Bericht mit Depression und Hund (Haustiere), so viele Rückmeldungen……ich weiß jetzt aber auch nicht was „Artikel daraus machen“ jetzt genau bedeuten soll? Bitte auf keinen Fall heraus nehmen. Mach weiter so und ich wünsche Dir, dass du diesem ungewollten Brauch irgendwann nicht mehr die Tür aufmachen musst. LG Emma

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    1. Liebe Elsa,
      Du sprichst mir aus der Seele! Ich kann jedes einzelne Deiner Worte verstehen und nachvollziehen! Aber Du machst mir auch Angst! Unbeschriebliche Angst das ich es alleine nicht schaffen werde meine Hunde zu behalten. Denn das sind wir. Alleine.
      Wir sind zu dritt (zwei Hunde) und ich sage trotzdem, wir sind alleine. Denn die restlichen „Freunde“ die ich noch habe, sind eher Bekannte und werden es wohl auch bleiben. Spätestens als ich mich mit meinen Freunden näher über meine Probleme unterhalten habe und sie unbewusst immer mehr mit einbezogen habe, habe ich sie kurz darauf auch verloren. Zum größten Teil war es mein Wille keinen Kontakt mehr zu haben, weil diese Personen mir mit einmal gefährllich nah waren. Weil ich diesen Personen viel zu viel erzählt hatte und mich danach nur noch ungeschützt gefühlt habe und nicht mehr normal mit Ihnen umgehen konnte. Aus diesem Grund sind die restlichen Bekannten eben nur noch das. Bekannte. Leute denen man nicht alles erzählt, die einen aber manchmal ablenken können, auf die man aber nicht zählen kann, wenn man ein Problem hat. Wenn ich jetzt zum Beispiel ins Krankenhaus müsste (die Situation war letzte Woche erst), was mute ich meinen Hunden zu? Wer kümmert sich im Fall der Fälle? Oder wie lange lasse ich sie da alleine zu Hause hocken? Wie komme ich von da wieder nach Hause?; war die letzte aller Fragen. Die Gedanken kreisen trotz Krankheit zuerst immer um die Hunde. Ich habe mich mit Händen und Füßen erfolgreich gewehrt ins Krankenhaus gebracht zu werden…Unverständnis beim behandelnden Notarzt, aber er weiß ja auch nichts von meiner Seele, von den Dingen die mich quälen und davon, das meine Hunde das einzige sind was mich aufhält wenn ich im 5. Stock am Fenster stehe und es öffne.
      Nun also meine große Angst: Wenn wir zu dritt schon alleine sind, was bin ich dann ohne meine Hunde? Ich will nicht das meine Lieblinge (auch wenn sie mir manchmal lästig sind), enden wie die Perserkatze deines Bekannten. Ich weiß aber auch wo ICH ohne sie enden würde. Und am Ende weiß ich eins genau! Ich weiß nichts! Aber solange meine Hunde mich noch mit einem Schwanzwedeln begrüßen wenn ich Heim komme oder sie rufe, bin ich mir sicher das es Ihnen noch gut genug geht um mich zu Retten. Ich hoffe das ich jetzt nicht als egoistisch gesehen werde, denn egal wie viel ich meinen Hunden zumute, ich weiß das ich sie mehr liebe als alles andere auf der Welt.

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  25. Das war in der Tat so gemeint, daß es schade wäre, Deine Gedanken und Ideen lediglich als Kommentar stehen zu lassen.
    Du hast da so viel Herzblut verschmiert und Du hast ja auch recht, daß wir alle mehr Mut haben sollten!
    Mach einen eigenen Text daraus, den man weiter teilen kann!
    Nur Mut! 🙂

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    1. Ok ich lass das sacken und denk da nochmal in Ruhe drüber nach. Ich hab mich in der Tat hingesetzt und das in eins weg geschrieben. Am Ende war ich auch erschrocken über die „Wall of Text“..unglaublich..
      Danke und ich bleib hier am Ball, toller Blog

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  26. Hut ab vor Deiner Offenheit und Deiner Faehigkeit zu reflektieren. Deine Gedanken haben mich sehr beruehrt. Es gibt sehr viele Hundehalter die sich nicht annaehernd soviele Gedanken ueber das Wohl des Hundes machen und deren Hunde NIE mehr als zwei kurze Gassigaenge haben….mein Fazit: geniesse, dass Du eine solch tolle Partnerin an Deiner Seite hast und denke an die tollen Sachen die Du ihr und Dir bietest. Der liebe Herr Ruetter hat wahrscheinlich keine eigenen Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen und hat keine Vorstellung davon wie es in der Realitaet aussieht!

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  27. Liebe Anna,

    ich bin heilfroh, dass ich Deinen Beitrag gefunden habe. Seit einigen Wochen überlege ich nämlich, ob es meiner Hündin besser gehen würde, wenn sie in einer anderen Familie lebt, wo nicht tiefe schwarze Löcher an der Tagesordnung sind. Ich habe allerdings zwei Hunde und der Rüde ist um einiges ruhiger und macht es mir damit beim Gassigehen etwas einfacher. Die Hündin zerrt sehr gerne und rennt auch in alle Richtungen und ich habe Schwierigkeiten sie an den schlechten Tagen zu halten, wobei es mir an den anderen Tagen sehr gut gelingt.

    Ich bin ständig besorgt, dass ich den Hunden nicht gerecht werde, schließlich arbeite ich auch noch den ganzen Tag und mache mir da schon immer Gedanken genug, wenn die Hunde mittags von einer Nachbarin „nur“ in den Garten gelassen werden. Mein Lebensgefährte ist dann teilweise auch noch wenig verständnisvoll und das belastet mich zusätzlich. Abends kommen dann genau solche Kommentare, wie von Rütters, schließlich wollte ich die Hunde haben und hätte das doch alles vorher gewusst.

    Was mich an der Geschichte genauso bewegt, ist die Tatsache, dass viele Menschen sich vorschnell ein Urteil bilden. Wäre nicht uns allen besser mit einem Hilfsangebot geholfen? Warum kommen immer nur Vorhaltungen und Druck, anstatt selbstlos mal mit anzupacken und damit wirklich zu helfen?

    Ich bin durch Deinen Artikel der Meinung, dass ich meine Hunde behalten kann, auch wenn es mal einen Tag gibt, wo sie nicht mehr als zweimal eine Minirunde gehen. Und natürlich haben sie auch Spaß, wenn sie durch meinen Garten toben können, den ich extra dafür umzäunt und abgesichert habe. Die kleinen Häufchen sind schnell beseitigt und das kostet mich kaum Kraft und dass des Gras nicht saftig grün ist, stört mich auch keinesfalls.

    Vielen, vielen Dank für diesen Beitrag, den ich so sehr gebraucht habe, um selber wieder etwas sicherer im Umgang mit meinen Hunden und den Löchern zu werden.

    Liebe Grüße
    Grit

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