Allgemein · Pfotenalltag

Einfach mal ’ne Pause machen.

Vorsätze.

Jeder kennt sie. Jeder formuliert sie immer wieder neu und allzu oft verschiebt man die Umsetzung eben jeder Vorsätze immer weiter ins Niemannsland bis man die meisten nur noch als wage Silhouetten erkennen kann, die ab und als kleine Stimme in der „Schlechtes Gewissens“-Abteilung unseres Gehirns in unser Bewusstsein vordringt. Ganz vergisst man diese ominösen Vorsätze also nie und die einzige Möglichkeit dieses innere Stimmchen zum Schweigen zu zwingen ist der Schritt hinaus aus der Komfortzone und hinein in die Umsetzung des vor Ewigkeiten formulierten Vorsatzes.

Bei mir war es diese Woche das Pause machen. Das Entschleunigen und Innehalten auf Summers und meinen Spaziergängen. Ich hatte mir schon von Anfang an vorgenommen, auf Gassigängen Pausen einzulegen. Nicht zum Fotografieren, nicht für Trainingseinheiten. Nein. Einfach mal durchatmen, sich hinsetzen und die Natur genießen. Den Vögeln beim Zwitschern zuhören oder die Ameisen bei ihrer Sysiphusarbeit bestaunen. Wolkentiere zählen oder ein Buch lesen. Nicht auf einer Bank oder gar zuhause auf der sicheren Couch. Nein, direkt auf dem Waldboden, der Graswiese oder dem Seeufer.

13009841_1258060954223790_787221958_o

Warum mich das Überwindung kostet? Gute Frage.
Ich liebe jede Form der Natur und fühle mich draußen näher bei mir als irgendwo anders, aber dieses zur Ruhe kommen fällt mir einfach schwer. Draußen ist man angreifbar, draußen sind Menschen. Und wo Menschen sind lauern Beurteilungen. „Wie sieht die denn aus? Hat die kein Zuhause oder warum hockt die allein im Wald? Freunde hat die sicher keine.“ Und so laufe ich mit Summer meine Kilometer ab, nur nicht zu lange an einem Punkt verweilen. Der Hund braucht ja schließlich Beschäftigung, dem wäre doch sicher eh langweilig, wenn ich da einfach auf der Wiese sitze. So ein Hund ist schon was tolles, selbst für Ausreden ist er zu gebrauchen^^

Letzte Woche meldete sich die piepsige Pausen-Vorsatz-Stimme mal wieder zu Wort als die Aprilsonne auf mein Gesicht schien während ich Summer vor einem Kirschbaum fotografierte. Direkt nebenan war ein großer Park, der sich mit seinen weitläufigen Graswiesen geradezu für eine Auszeit anbiedert. Ich nahm also den Hund an die Leine und ging mit dem Vorsatz, mich auf die Wiese zu setzen in den Park. Die Euphorie hielt genau bis zum Parkeingang, denn natürlich hatten noch jede Menge anderer Menschen das Wetter zum Anlass für einen Ausflug ins Grüne genutzt. Wohin man auch schaute, überall waren Menschen zu sehen und mein Fluchtinstinkt siegte über die guten Vorsätze. Im Eiltempo ging es Richtung Sicherheit, also Richtung der hauseigenen Couch.

Dort angekommen flüchtete ich mich ins Lesen, um das schlechte Gewissen nicht zu laut werden zu lassen und stieß auf einen Beitrag von Today2Dogs, in dem es datum geht, den Hund einfach mal Hund sein zu lassen. Wie wertvoll ein Gassigang ganz ohne Regeln und Forderungen für die Hundepsyche ist und wie positiv sich ihre Hunde nach den Stunden auf dem sogenannten „Abendteuerspielplatz“ verhalten. Und so musste der Hund zum zweiten Mal als Ausredegrund herhalten. Diesmal allerdings, um mein Innerstes davon zu überzeugen, dass der Pausenvorsatz wichtig ist. Nicht bloß für mich, sondern vor allem für meine Summer. Die menschliche Psyche ist ja schon eine verwirrende Sache.

12999581_1258059037557315_1911120795_o

Und so ging es am nächsten Tag auf der Nachmittagsrunde quer durch eine Gartenkolonie und auf einer kleinen Wiese warf ich Summer erst ein paar Frisbees zu und setzt mich anschließend einfach auf den Rasen. Summer war sichtlich verwirrt und warf mir mehrfach ihre Frisbee auf den Schoß und bellte mich an als ich nicht reagierte. Danach fing sie aber an die umliegenden Hecken abzuschnüffeln und legte sich nach 10 Minuten sogar vor mir ab und beobachtete die Umgebung. Vier Menschen kamen an uns vorbei und bei jedem haben ich mich gefragt, was die wohl jetzt von mir denken. „Egal, der Hund braucht das!“ hallte es durch meinen Kopf und ich atmete einfach weiter. Nach 20 Minuten verlies ich meinen Ruheplatz und machte mich an Summers Seite auf dem Heimweg. Schritt eins war geschafft..

Heute verbrachte ich 5 Buchkapitel angelehnt an einer Buche in einem kleinen Waldstück. Summer sortierte Äste von links nach rechts und versuchte zweimal mein Auge mit einem extra langen Stock auszustechen. Sie erkundigte die Umgebung, kam alle paar Minuten um zu kontrollieren, ob ich mich von der Stelle bewegt hatte und legte sich immer wieder einfach auf den Waldboden und kaute auf einem Ast herum. Sie war schon viel ruhiger als beim letzten Mal. Genau wie ich. Vielleicht lag es an dem gut geschriebenen Buch auf meinem Schoß, den Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht oder einfach an dem Wissen, so eine Situation schon einmal durchgestanden zu haben. Jedenfalls störten mich die wenigen Spaziergänger gar nicht mehr so sehr.

Demnächst möchte ich gerne einen Tag alleine am Strand verbringen, mal sehen, ob ich das auch durchziehe oder ob die Vorsatzfalle wieder zuschlägt (:

Summer nutzt die Zeit im Wald, um den Quietschi von voegestern wieder zu finden^^ Irgentwann tauchen eben alle Dinge wieder auf, da hatte Luna Lovegood wohl recht.

Ein von Border ‚Summer‘ (@every_summer_has_its_own_story) gepostetes Video am 17. Apr 2016 um 4:25 Uhr

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s