Allgemein · Gedankenpottpurri

Manatee-Madness

„Nichts trägt im gleichen Maß wie ein Traum dazu bei, die Zukunft zu gestalten. Heute Utopia, morgen Fleisch und Blut.“

Victor Marie Hugo

Jeder Mensch hat Träume. Kleine, große, tollkühne, realitäsnahe, völlig verrückte oder bodenständige. Von materiellem Besitz über Reiseziele bis hin zu geistiger Erleuchtung ist wohl alles vertreten und jeder Traum ist so individuelle wie ein menschlicher Fingerabdruck. Mein Traum: Seekühe sehen!

Ich kann ehrlich gesagt gar nicht mehr genau sagen, wie es zu der Faszination für diese rundlichen Säugetiere gekommen ist. Eine gute Freundin war damals für einige Tage aus Trier zu besuch und wir schauten nebenher eine Tierdoku im Fernsehen. Dann verwechselten wir beide kurzzeitig Seekühe mit Seelöwen und seitdem sind wir beide dem Seekuh-Wahnverfallen: Bilder, Videos, Stofftiere, die teilweise sogar Seekuh-Fakten erzählen, wenn man ihre Flosse drückt, Teesiebe oder Tassen. Ist ein Manatee drauf, gehört es zu uns. Für Summers erstes Halstuch hat ihre Patentante sogar extra Stoff mit Seekühen im Internet bestellt; leider passt ihr Dickschädel nicht mehr durch die Tuchöffnung hindurch. Ich werde gleich mal nach Stoff suchen (:

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Ein Seekuh-Border, höchst selten.

Seit Jahren wollten Felica, die Seekuh-Kompanien, und ich gemeinsam einen Zoo besuchen, der Seekühe hält und viele gemeinsame Stunden an den Scheiben des Aquariums kleben, aber durch unsere Entfernung und chronischem Zeit- und/oder Geldmangel hat das bisher leider nicht geklappt. Feli selbst hat allerdings bereits dreimal Manatees live erleben dürfen: Einmal in Düsseldorf, dann in Berlin und dann noch in einer Auffangstation in Brasilien. Jawohl, sie hat sogar ein kleines, süßes, speckiges Kalb streicheln dürfen. (Und ich warte noch immer auf die mir versprochenen Fotos, meine Liebe. Als kleiner Wink mit dem Zaunpfahl^^) Meine Eifersucht lässt sich gar nicht in Worte fassen oder anhand einer Skala beschreiben und so plante ich mehrfach meine eigene Seekuh-Kennenlern-Aktion. Zweimal war bereits alles geplant und dann kamen  Krankheiten dazwischen, sodass der Trip nach Berlin bereits zweimal kurzfristig ins Wasser fiel (Leider nicht in das Wasser einer Seekuh-Lagune..)

Nun war es aber soweit:
Am Mittwoch, den 16. März 2016, starteten eine Freundin und ich um 7:41 Uhr Richtung Dänemark, genauer gesagt der Stadt Odense. Knappe 230 km wurden zurückgelegt und dann wurde ein langgehegter Herzenswunsch endlich Wirklichkeit:

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„Hallo du knuffiges Ding.“

Ich musste mich ehrlich gesagt sehr zusammenreißen, um meine Begleitung nicht direkt nach dem Ticketkauf im Laufschritt zum Seekuh-Haus zu schleifen, aber der Zoo Odense wurde 2015 als „Bester Zoo Europas“ ausgezeichnet und somit waren die anderen Anlagen und Tiere durchaus einen Blick wert. Wobei ich von den ersten Gehegen gar nicht so viel mitbekommen habe, ich habe innerlich viel zu sehr den grauen Unterwasserriesen entgegen gefiebert. Zum Glück befand sich das Seekuh-Haus im vorderen Bereich des Parks und so ging es vorbei an Tapiren, die es förmlich darauf anlegten gestreichelt zu werden, so weit wie sie ihre Nase über den Zaun hinweg streckten, hinein in die tropische Halle. Was dann passiert ist, lässt sich am Besten mit bewegten Bildern erklären

Wir haben sicherlich an die 90 Minuten bei den Seekühen verbracht. Es war einfach zu niedlich bei ihrem Unterwassertanz zuzusehen oder wie sie die Salatköpfe mit ihren Vorderflossen festhielten und genüsslich am Grünzeug rupften. Selbst meine Begleitung war von Anfang an verzückt.

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Am Aufgang habe ich mir dann noch eine Stoff-Seekuh gegönnt. Hubert lebt nun auf meiner Couch und schmust abends mit Casey herum. Ich bin ja ein wenig eifersüchtig..

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Es war ein wunderschöner Tag, den ich mein Leben lang nicht vergessen werde. Es ist einfach schön zu wissen, dass Träume wahr werden können und einem offensichtliche Kleinigkeiten so viel positive Energie schenken können.

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Fun Facts

  • Seekühe ernähren sich ausschließlich von Pflanzen. Sie benötigen ca 10% ihres Körpergewichts an täglicher Nahrung. Bei einem Gewicht von bis zu 500 kg ist das eine ganze Menge Salat.DSC_0677
  • Die nächsten verwandten der Seekühe sind Elefanten. Genau wie ihre landlebenden Verwandten, wachsen ihre Zähne ein leben lang nach.DSC_0661
  • Bis zu 10 Minuten kann ein Manatee die Luft anhalten. In der Regel kann man aber alle 3 bis 4 Minuten die Nasenlöcher über der Oberfläche beobachten.DSC_0561
  • Im Falle einer Bedrohung können Seekühe eine Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h erreichen. Bis auf den Menschen haben sie allerdings keine natürlichen Feine, sodass man sie in der Regel um einiges gemütlicher erlebt.DSC_0655
  • Seekühe haben, im Verhältnis zur Körpergröße, das kleinste Gehirn im Säugetierbereich. Trotzdem können sie Farben unterscheiden, kleine Aufgaben lösen (ein Target berühren z.B.) und reagieren sehr sensibel auf Berührungen. Deshalb sollte man übrigens auch nie mit Seekühen schwimmen gehen, so verführerisch die Vorstellung auch ist. Man will diese tollen Tiere schließlich nicht stressen.DSC_0658
  • Bis 1768 gab es noch die Stellersche Seekuh. Die Art wurde bis zu 8 Meter lang und 10 Tonnen schwer. Leider hatten sie Menschen recht schnell raus, dass von diesen sanften Riesen wenig Gefahr ausgeht und so wurde die Art zur Fleischgewinnung gänzlich ausgerottet.
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Ich will wieder zurück!
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