Allgemein · Gedankenpottpurri

Presslufthammer gesucht!

 

Da ist die wieder.

Diese schwere Betonplatte, die meinen Körper daran hindert mein Bett zu verlassen.

Stattdessen zwingt sie mich in die dunkle Weite der Gedankenwelt zwischen Halbschlaf und Wachzustand. Im Schnitt werde ich nun die nächsten 90-200 Minuten versuchen meinen Körper davon zu überzeugen, dass gar keine Gewichtplatte auf ihm liegt und er sich wie ein normaler, gesunder Körper verhalten und aufstehen kann. Bis es soweit ist, sind da aber die Gedanken. Vor einigen Wochen waren es eher Bilder als Gedankenfetzen. In diesen Ausschnitten sehe ich mich selbst. Und ich sterbe. Jeden Morgen in den verschiedensten Variationen: Erstechen, Erhängen, Sprung von der Brücke, vor einen Zug, Überdosis – alles was die Fantasie eben hergibt. Eine Menge also. Nicht selten endete meine Körperstarre mit dem Entschluss, dass Selbstmord wohl wirklich die sinnvollste Option sei. Dank der Übungen, die ich in der Tagesklinik erlernt habe, kann ich diese Gedanken im kompletten Wachzustand wieder richtig einordnen als das, was sie eben sind: Hilferufe. Ein Ausruf, dass ich so wie ich momentan lebe, nicht weiter machen möchte. Und eben nicht als Wunsch, diese Erde endgültig zu verlassen. Inzwischen sind diese Bilder zum Glück weniger geworden. Gerade sind die Schuldgefühle morgens am Werk. Na dann..

Trotzdem kostet dieser Prozess am Morgen jede Menge Kraft. Den Körper über Stunden zu überreden doch bitte am Leben teilzunehmen und es an vielen Tagen nur mit dem ‚Versprechen‚ zu schaffen, eben dieses Leben zu beenden, hindert einen anschließend voller Elan und Freude in den Tag zu starten. Naja, zumindest hindert es mich daran.

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Ich hatte letztens eine Diskussion mit einer Freundin, bei der ich ihr erzählte, dass ich mich so extrem lebensfremd und labil fühle, weil mich Kleinigkeiten schon so erschöpfen. Sie selbst hat einen Terminplan, der kaum freie Minuten zulässt und ich selbst bin bei der Aussicht auf mehr als einen Termin am kommenden Tag so überfordert, dass ich am Ende meist alles absage und mich verkrieche. „Deine Gedanken kosten dich einfach so viel Kraft, das ist doch total verständlich.“ Wahrscheinlich hat sie recht. Und ich bin froh, Freunde zu haben, die meine Krankheit akzeptieren und mich nicht unter Druck setzen.

Bisher habe ich noch keinen Presslufthammer gegen meine mentale Betonplatte gefunden. Einige Vorschläge waren Ziele setzen auf die man sich freuen kann, um positiver aufzuwachen. Fotos machen, Freunde besuchen, Einkaufen. Theoretisch gut, praktisch überfordern mich diese Vorhaben meist eher als das sie mich motivieren. Früher ins Bett gehen, erst schlafen wenn man wirklich müde ist  bisher auch von wenig Erfolg gekrönt. Im neusten Versuch werde ich meinen Wecker auf früh morgens stellen, um anschließend mit Summer eine kleine Runde zu Joggen. Sport soll ja gut für den Kopf sein und wenn der Körper etwas zu tun hat, ist der Kopf bekanntlich stiller. Natürlich muss ich dafür erstmal aus dem Bett raus kommen, aber ich gehe das jetzt einfach mal positiv an. Das ist auch was Neues (:

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